Tag: Lousy Livin

What do you do when you have walked through your city over a million times? You are probably trying to find new roads around the good old town. Stanley WE & Lobby Skateshop went a bit further, took the old concept of Hamburg’s famous Labskaus Jam format and got everyone on a boat cruise through the Hanseatic city. Hamburg knows how to throw a party!

Filmed & edited by Nizan Kasper.

Jan Waage is a legend. Maybe even the first guy i ever heard of being one. People have his last name on a t-shirt, (shout out to Tjark Thielker) just because, and after all these years, he still looks good on a skateboard. Not to mention the beautiful scenery of France/Biarritz. Thank you Cleptomanicx and Sean Nguyen.

We’re pretty sure you already heard of german all-terrain powerhouse Jan Hoffmann. If not, get an idea of Jan’s powerful skating in this welcome clip by Vans:

A very close friend of the whole office crew and the unbeaten king of BS Wallride Nollie’s. His skating is like listening to a very good tune, while you are having an extented brunch, sitting in a very nice and sunny garden. Tjark Thielker is one of the finest:

Die Zeit rennt. Immer. Unaufhaltsam. Und schon ist der März fast vorbei – eine willkommene Gelegenheit für uns euch nochmals die Highlights des Monats zusammengefasst ans Herz zu legen. Was los war, lest ihr hier – viel Vergnügen:

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Pitt Feil hat uns über Unsichtbarkeit im Netz aufgeklärt.

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Wir waren bei Stefan Marx im Studio zu Besuch und haben mit ihm über Lousy Livin gesprochen.

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Wir haben uns auf ein paar Fotos mit Jan Kliewer getroffen und 10 wissenswerte Fakten zum Wahlberliner zusammengetragen.

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Severin Strauss hat sein neues Showreel bei uns vorgestellt.

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Wir haben Urlaub vom Perfektionismus gemacht.

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Jan Kliewer hat sich Gedanken um taktisches Skateboarding gemacht.

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Nils Brauer ist neu auf 5Boro und war zum Smalltalk da.

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Das langerwartete TPDG Video “Street Jazz” feierte bei uns Premiere.

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Benni hat einen Brief an Dennis Durrant geschrieben.

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Was das Internet zum neuen Shane O’neil Part zu sagen hatte.

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Was Nico Kasterke während seinem Praktikum bei uns gelernt hat.

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Vladik Scholz hat für uns den neuen adidas ADV Boost getestet.

Hinter jedem guten Brand steckt immer ein guter Art Director. Alles geht durch seine Hände und prägt die visuelle Identität der Marke. Unsere Rubrik Behind the Scenes gibt Einblicke in die Arbeit der kreativen Köpfe bei den aufregendsten Brands. Heute wollen wir eine durchaus bunte Company beleuchten, die viele Skateboarder rund um den Globus und seit Jahren fast täglich ganz nah an sich ranlassen: Es geht um Boxershorts und ja, ihr liegt richtig, wenn ihr jetzt an Lousy Livin denkt. Wir haben Stefan Marx und Pitt Feil in Hamburg besucht und uns über die Company, Arbeitsteilung und das World Wide Web unterhalten…

Hi Pitt, wie bist du mit Stefan in Kontakt gekommen?
Das war kurz vor der Jahrtausendwende, ich hatte schon ein wenig von Stefans Arbeiten mitbekommen und war sehr gespannt darauf, ihn kennenzulernen; kurze Zeit später könnte ich ihn dann für eine Clepto-Aktion gewinnen. Damals ging alles drunter und drüber, und Stefan war das fehlende i-Tüpfelchen, das mir die ganze Zeit gefehlt hatte – menschlich wie gestalterisch eine fantastische Bereicherung!

Was ist dein Aufgabenbereich bei Lousy Livin?
Sehr viel Verwaltung, auf allen Kanälen schauen, dass Termine und Ziele eingehalten werden. Wenn ein neues Motiv zur Produktion eingereicht wird, bin ich bei jedem Schritt dabei, um sicherzugehen, dass es auch so zu 100% umgesetzt wird, wie wir es uns vorstellen. Gerade aktuell bin ich mit diversen Vertrieben am Ausloten, wie Lousy in den jeweiligen Ländern am besten wahrgenommen werden kann. Kurzum: Ich bin der Polier auf der Lousy-Expansionsbaustelle.

Wie sieht denn ein typischer Tag im Leben von Pitt Feil aus?
Ich habe das Glück, glücklich verheiratet zu sein, und dass zwei kleine Jungs mir das Leben neben der Arbeit sehr versüßen. Aufstehen, Kinderfürsorge, 10 Uhr Telefonat mit Stefan, Büroalltag… viel Raum für flexible Sachen bleibt da nicht.

Lousy-Livin

Und wenn es an die Fertigstellung einer Kollektion geht?
Dann kommt noch die Nachtschicht dazu, wenn die Jungs schlafen.

Welche Rolle spielt Social Media in der Markenkommunikation von Lousy?
Eine große Rolle, alle Kanäle sind wichtig, vor allem ist es ja die Chance der Gegenwart, allgegenwärtig sichtbar zu sein. Ich finde es nach wie vor richtig gut, wie eng die Welt miteinander durch das Netz verknüpft ist und wie schnell sich Projekte entwickeln können.

Arbeitest du eher on- oder offline?
Fast nur online, wenn Muster zur Ansicht ankommen, ist das ein ausgemachtes Offline-Highlight.

Pitt, von dir findet man im Internet kein einziges Bild und auch sonst ziemlich wenig Infos zu deiner Person. Wieso ist das so? Verweigerst du dich den sozialen Medien?
Einerseits hab ich zum Glück einen Vornamensvetter, der im Google-Ranking auf Lichtjahre hinaus alles dominiert, und zum anderen hat sich das irgendwie so ergeben. Ich finde das auch gut so, mir gefällt es einfach, im Netz etwas unsichtbar zu sein. In den einschlägigen Netzwerken bin ich nicht zu Hause, komme auch einfach nicht dazu, sitze ja eh schon viel zu viel vor der Kiste.

Lousy-Machine

Verpasst du dadurch nicht Chancen für die Firma?
Nicht unbedingt, die Firma steht meiner Meinung nach für sich und deren Produkte, und alles, was ich für die Firma hinzusteuere, hat in puncto Außendarstellung keinen bedeutenden Wert. Stefan ist ja angenehmerweise unser Netzbotschafter.

Was habt ihr denn für Pläne in der Schublade, worauf können wir uns in Zukunft freuen?
Da sind schon einige neue Kooperations-Designs in der Schublade, aktuell für den März kommt die Frank Skateboards-Boxershorts auf den Markt, sowie zwei neue Designs von Stefan. Im Sommer dann der Kracher mit der „One Up“-Crew. Parallel arbeiten wir nach wie vor an den Lousy-Mini-Clips, Lucas Fiederling und Torsten Frank sind hierbei eine Riesenhilfe!

Besten Dank für das Gespräch!

by Danny Sommerfeld

Hinter jedem guten Brand steckt immer ein guter Art Director. Alles geht durch seine Hände und prägt die visuelle Identität der Marke. Unsere Rubrik Behind the Scenes gibt Einblicke in die Arbeit der kreativen Köpfe bei den aufregendsten Brands. Heute wollen wir eine durchaus bunte Company beleuchten, die viele Skateboarder rund um den Globus und seit Jahren fast täglich ganz nah an sich ranlassen: Es geht um Boxershorts und ja, ihr liegt richtig, wenn ihr jetzt an Lousy Livin denkt. Wir haben Stefan Marx und Pitt Feil in Hamburg besucht und uns über die Company, Arbeitsteilung und das World Wide Web unterhalten…

Stefan-Marx

Stefan, wie kam es eigentlich, dass Lousy zur Boxershorts-Company wurde? War das von Anfang an der Plan?
Nein, das war natürlich nicht der Plan. Als ich damals mit 16 mein T-Shirt-Label The Lousy Livin’ Company gegründet habe, war der Plan, immer mal wieder Lieblings-T-Shirts für meine Freunde und mich zu veröffentlichen. Das habe ich auch eine ganze Zeit lang gemacht, in Hamburg dann während meines Studiums parallel mit Pitt an Cleptomanicx gearbeitet. Bei Cleptomanicx hatten wir Boxershorts in der Kollektion. Ich fand es immer super, Stoffmuster zu entwickeln, für Boxershorts und Bettbezüge.

Als wir in den letzten Jahren mit Cleptomanicx markenrechtliche Probleme in Europa bekamen, aber die Boxershorts bei Skatern weltweit beliebt waren, diese uns auch unterstützen wollten, aber parallel dazu große Textilsponsoren hatten, war dies ein Grund von vielen, nur für die Boxershorts ein eigenes Label zu gründen. Auf der anderen Seite ist unser Produkt unabhängig von der halbjährlichen Kollektionshysterie der Modeindustrie und „never out-of-stock“, was eine andere Arbeitsweise erlaubt. Der Name lag dann einfach nah, Lousy Livin Underwear und The Lousy Livin’ Company begleiten sich nun gegenseitig.

Was ist denn dein Aufgabenbereich bei Lousy Livin?
Ich beschäftige mich mit der visuellen Seite des Labels, alle Stoffmuster, Anzeigen, Kataloge etc. Aber auch ein großer Teil an Kommunikation mit den Labels, mit denen wir Collaborations entwickeln, das Abwickeln der Grafiken für die Produktion. Außerdem auch die ganzen Grafiken für unsere Videos, die wir mit Lucas Fiederling erstellen, und dann male ich noch ab und zu ein neues Lousy Livin-House-Obstacle an, die immer von meinem Bruder Michael gebaut werden.

Stefan-Marx-Studio

Beschreibe uns doch mal deinen typischen Tag!
Kaffee, Studio, Arbeit, Telefon, Zeichnen, Scannen, Leute treffen.

Und wenn es an die Fertigstellung einer Kollektion geht?
Dann wird nur daran gearbeitet, aber da wir aber tatsächlich mehr neue Produkte über das ganze Jahr veröffentlichen und uns aus dem sechsmonatigen Kollektionsrhythmus-Wahnsinn ausgeklinkt haben, gibt es auch keine Kollektions-Nervenzusammenbrüche.

Welche Rolle spielt Social Media in der Markenkommunikation?
Unsere Lousy Livin-Supporter haben in den letzten Jahren viele Clips mit Lucas Fiederling und Torsten Frank gedreht, diese werden online gezeigt, sowie natürlich alle Neuigkeiten zu Lousy Livin, neue Produkte etc.

Arbeitest du eher on- oder offline?
Online leider! Aber ich plane Offline-Zeiten!

Du bist ja auch als Künstler tätig, hast Ausstellungen und bereist die Welt. Wo laufen die Verkäufe besser – im realen Leben oder übers Netz?
Ich bin froh, in Galerien Ausstellungen machen zu können, mit Öffnungszeiten und Ausstellungsdaten. Diese Praxis hat das Netz noch nicht abgelöst. Auch Studiobesuche und so weiter sind komplett offline! Aber natürlich spielt das Netz immer eine Rolle, klaro, 2015 eben. Die Leute ziehen sich alles rein.

Stefan-Marx-Collections

Kann man sagen, dass du dich und deine Kunst über Social Media präsentierst und vermarktest?
Ich habe viel Spaß daran, ein paar Arbeiten digital über Instagram zu zeigen, parallel spiegle ich dies auch auf FB. Es gibt eben immer so verschiedenstes Feedback in den Kommentaren, das macht mir schon sehr viel Spaß. Wenn ich eine Zeichnung dort poste, wird diese wohl von mehr Leuten gesehen, als in einer Ausstellung in einer Galerie, die einen ganzen Monat dauert. Meine Sonntagsdepression behandle ich gerade mit einer Sundaayyyssss-Kolumne, ich versuche jeden Sonntag eine Sundaayyyssss-Zeichnung zu zeichnen und zu posten. Mein Traum wäre eigentlich eine Sonntagszeichenkolumne in einer Wochenendausgabe einer großen Zeitung, Feuilleton der FAZ am Sonntag wäre das Tollste. Back to print!

sundayssss

Vielen Dank für deine Zeit!

Stefan-Marx-Lousy-Livin

by Danny Sommerfeld

In dieser Ausgabe geht es vermehrt um den Umgang mit sozialen Netzwerken und das Leben mit einer ununterbrochenen Internetverbindung. Mit mehr als 300 Millionen Usern ist Instagram vor Kurzem am Social-Media-Kollegen Twitter vorbeigezogen, und auch in Skateboard-Kreisen scheint ein Foto oder Video interessanter zu sein als das geschriebene Wort – oder kann sich jemand vorstellen, wie Lucas Puig seine irrsinnigen Neuerfindungen auf dem Skateboard in nur 140 Zeichen erklärt. Witzig wäre es, und lesen würde es sicher auch der eine oder andere, nur fehlt uns der bebilderte Beweis. Mit dieser Ausgabe wollen wir nicht den Finger heben, jedoch die eingegangenen Signale verarbeiten und einfach mal darüber sprechen, denn das hat doch schon immer geholfen – #willkommenzurausgabenummereinundfünfzig.

Malte Spitz InterviewKeine weiteren Fragen
Skateboarding im digitalen ZeitalterWir fällen permanent Urteile
RepostEin digitales Experiment im Spiel mit on- und offline
Behind The ScenesLousy Livin
Patrik Wallner’s Silk Road“A Far Offline Journey” by Mike o’Meally
Butts & BluntsMarco Hernandez
Leo Valls Interview“A French man in Japan” by Kevin Metallier
Greetings from TPDGGallery

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Malte Spitz Interview by Jonathan Peters

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Skateboarding im digitalen Zeitalter, ein Gespräch zwischen Benni Markstein und Sara Chahrrour.

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Repost, ein visuelles Experiment

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Butts & Blunts by Marco Hernandez

Das Heft bekommst du im Skateshop, am Kiosk oder online in unserem STORE.

Fruits

Hier ein Hinweis für die Kunstfreunde unter euch: Stefan Marx wird im Februar in der Galerie Ruttkowski;68 in Köln ausstellen. Es ist das erste Mal, dass Stefan Marx in der Galerie ausstellt, gleichzeitig ist es die erste Ausstellung in den neuen Räumlichkeiten der Galerie – ihr dürft also gespannt sein. Der Ausstellungstitel “In Dreams” bezieht sich übrigens auf das gleichnamige Lied von Tomemitsu – Stefan’s Lieblingslied 2014.

“Stefan Marx macht aus Alltag Kunst. Seine Zeichnungen verewigen vergängliche, meist ungeschätzte Situationen. Marx’ Strich ist kurz und krakelig, bildet letztendlich aber ein Gesamtbild, das präzise auf den Punkt ist. Die Medien, die er wählt, sind so verschieden wie die Situationen, die er darstellt. Er arbeitet nicht nur auf den klassischen Medien wie Papier oder Leinwand, sondern traut sich auch an unkonventionelle Oberflächen heran. Zum Beispiel an Rückseiten von Flyern, buntes Druckerpapier oder Porzellanvasen.”

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Stefan Marx: In Dreams
6. Februar – 15. März

Ruttkowski;68
Bismarckstr.70
Köln

Lousy Livin produziert sehenswerte kleine Clips am Fließband, die eines gemeinsam haben: Immer ist das kleine Lousy Haus zu sehen und wird von Teamfahrern aus aller Welt bearbeitet. Bei der Menge an Output kann man schon mal den Überblick verlieren – wir möchten euch a) auf den neuesten Stand der Dinge bringen und euch die letzten Clips zeigen, b) euch für die Zukunft diese Seite ans Herz legen, auf der man das Cliparchiv findet und c) verlosen wir auch noch ein schönes Paket der Hanseaten. Der glückliche Gewinner darf sich über einen Hüttenschlafsack freuen, bekommt zwei Boxershorts und eine Zahnbürtse on top. Also quasi alles, was man für einen kleinen Wochenendtrip braucht – wo solls denn hingehen? Hamburg vielleicht?

Um zu gewinnen, schaut auf unserer Facebookseite vorbei, dort verlosen wir den Stuff – viel Glück dabei!

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Was haben der illustre Personenkreis um Julian Furones, Willow, Johannes Schön, Jeremy Reinhard, Tjark Thielker, Kaio Hillebrandt, Niklas Speer von Cappeln, Daniel Pannemann, Dennis Behrens, Paco Elles, Vladik Scholz, Kevin Wenzke, Gabriel Engelke, Eniz Fazliov, Lucas Fiederling, Charles Collet und Oli Bürgin gemeinsam? Richtig – sie alle haben bereits einen kleinen Clip mit dem Lousy Haus gefilmt, das dafür um die halbe Welt gereist ist. Lucas Fiederling hat sich an einem kleinen Best Of versucht – überaus gelungen:

Jan Waage ist eine Legende. Der Hamburger fliegt seit geraumer Zeit durch die Lüfte der Hafenstadt und hat dabei einen unverwechselbaren Style. Die Cleptomanicx Boys widmen ihm, in ihrer letzten Ausgabe von Rollen AALler, eine komplette Folge. Ein wahrer Genuss!

Tjark Thielker schon wieder und dieses mal alleine und unter der Brücke, um den lausigsten aller Wirbelstürme zu performen. Lousy Livin ist das Motto!

Dennis Laass klebt bekanntlich gerne an der Wand. Den grünen Daumen hätten wir sonst eigentlich anders verstanden. Die Flora zog den Kürzeren und Dennis zieht mit einem Auswärtssieg ins heimische.

Favorites Revisited mit Stefan Marx

Skater sagen, was sie hören…
Wir sagen, was wir darüber denken.

Text: Renko Heuer / Photo: Linus Bill

01: Yo La Tengo – „Blue Line Swinger“
Wir denken: Freut uns ja irgendwie sogar für Yo La Tengo, dass sie so einen netten Kerl wie Stefan Marx als Fan haben, schließlich hört man sonst eher, dass sich eigentlich nur übellaunige Kritiker und unrasierte Musikjournalisten für den angestaubten Sound der Männer aus Hoboken begeistern. Ab heute also können sie sich mit Stolz die alternden Ellenbogen in die erschlaffenden Seiten rammen und sagen: „Weißt du, da in Hamburg, da mag einer unsere ganz langen Songs, die eher wie melancholische Sessions klingen“, wobei das auch noch gelogen wäre, nur wer gibt schon gerne zu, dass diese Fans genau genommen aus dem Kaff Todenhausen kommen – „which litereally means something like Deathville, you know?“ Dass wir bei Marx keine Engels-Gesänge zu erwarten hatten, war irgendwie klar, schließlich ist bei the artist formerly known as Gomes alles eher ein Prozess (sichtbare Errata inklusive), und so muss der Untertitel des Tracks wohl der Grund dafür sein, dass er sein absoluter Top-Hit geworden ist: „Patterns Of Sound Are My Bag Right Now“. Stefan hat uns persönlich verraten, dass er voll auf Endlosmuster – Patterns – steht (sogar auf die von Hermès). Schaut euch mal eure lausigen Unterhosen an… na, fällt der Groschen? Patterns? Unterhosen? „Blue Line Swinger“?

02: R. Stevie Moore – „Girl Go“
Wir denken: Obwohl die Girls ja manchmal nicht so auf Full-Print-Büxen abgehen, geht Stefan schön weiter auf Lo-fi- und DIY-Style ab, und zwar hier auf ein Stück, das ungefähr so alt ist wie er selbst, aber so klingt, als könnte es auch letzten Monat irgendwelchen bärtigen Dudes eingefallen sein, NSFW-Clip à la „New Aesthetic“ inklusive (checkt den Clip von 1978). Während die Liste der Zine-Releases vom Clepto-Chefdesigner inzwischen ähnlich lang ist wie die Diskografie von Mr. Moore, hört man hier auch raus, dass es den Nordhessen früher kein bisschen gestört hat, einfach mal den Kassettenrekorder an den Fernseher zu halten, um irgendeinen Videosoundtrack mitzuschneiden. Apropos Rauschen: Obwohl sich unser Mann mit dem Pentel Stylo MLJ20 in der Tasche ja zunehmend den Flugzeugen als Musen verschrieben (verzeichnet?) hat (während R.S. Moore gefühlt in jedem zweiten Songtitel das Wort „Girl“ droppt), mag seine Wahl auf „Girl Go“ nun gefallen sein, weil ihn auch bei den Flugzeugen eher die „Abhaurichtung“ interessiert – frei nach dem Motto „Welcome To Wherever You Are Not“ – aber das würde jetzt auch zu weit führen.

03: Ariel Pink – „Every Night I Die At Miyagi’s“
Wir denken: Ist schon doof, wenn man ausnahmsweise mal so gar nichts zu meckern hat an den Privatcharts, weil keine bösen Rap-Verirrungen drin sind, keine Rockposenpeinlichkeiten, und deswegen lassen wir bei diesem Track einfach mal außen vor, dass Stefan so ein krasser Ariel-Pink-Fan ist, dass er sich einen ganzen Abend lang beim Konzert an der Bar besoffen und den Bassisten gezeichnet hat, um daraufhin auch noch mit Mr. Pink persönlich abzustürzen und die ganzen Ergüsse des Abends dann im Zine-Format auf den Markt geworfen hat, ganz zu schweigen davon, dass die Texte von AP diverse seiner Zeichnungen lose inspiriert haben; das alles wie gesagt nur am Rande, denn uns soll es doch eher um die viel wichtigere Frage gehen, warum Ariel überhaupt jeden Abend in den ollen Sushi-Laden da geht, wo er doch schon am Vorabend tausend Tode wegen Fischvergiftung gestorben ist – wer die Antwort für uns parat hat, gewinnt ein Menü bei Benihana’s und eine von uns persönlich nachempfundene Raubkopie von Stefans erstem Werk, das inzwischen immerhin knapp ein Vierteljahrhundert alt ist (ungefährer Titel: „Vati & ihm sein Wetterhahn“). Zuschriften bitte an die PLACE-Redaktion unter dem Stichwort: Zugelaufenes Toastbrot.

04: John Maus – „Through The Skies For You“
Wir denken: Schon vor über fünf Jahren haben wir Herrn Maus dafür bewundert, dass er diverse harte Verrisse auf seine MySpace-Seite gepackt hat („Apparently, Maus spent five years working on this album, which is a shame because, frankly, it’s awful“, „There isn’t one song you could call ‘good’ on the whole album“, oder auch: „If it is supposed to be funny, it is not. If it is meant seriousy, then Maus needs some SERIOUS help.“), dabei klingt diese Retro-Space-Reise hier tatsächlich wie die Art von Dauerfluggefühl, nach der sich Stefan offensichtlich sehnt; und weil er nun selbst kein Typ ist, der man eben 13 Stufen runtersegeln kann, geht es eben „Through The Skies“ wie es sich für einen echten Aviation-Fan gehört. Immer noch besser als „Flugzeuge In Meinem Bauch“ oder Air, und damit wollen wir wieder landen, und zwar bei Track #5 dieser abgehobenen Liste.

05: Maher Shalal Hash Baz – „When I Die“
Wir denken: Die Musik von MSHB ist und bleibst die schiefste, menschlichste, liebenswürdigste Kindermelodien-Soße, zu der wir sogar schon musikbegeisterte Kinder haben schreiend wegrennen sehen (weil so grandios windschief, die Harmonien), dass es wohl der perfekte Soundtrack sein muss für einen verpflanzten Todenhausener, der früh down war mit der Documenta, der mit Unterhosen und Krakeleien seinen Lebensunterhalt bestreitet, hoffnungslos auf demokratische Medien wie Plattencover (für Playhouse, Mule Musiq, Endless Flight – na klar –, und Smallville – na logo) und andere Gebrauchsgegenstandskunstformen (Nieves-Zines, Shirts, Rampen, Lousy Stuff, Bretter) steht, der früh auf Maiden abging (schade, dass die hier fehlen), von Kim Gordon eher die Kunst als die Musik mag, sich laut eigener Aussage langsam okay fühlt (andere Mütter haben schließlich auch schöne Töchter), echt big in Japan ist und so wirkt, als sei er auf dem besten Wege, seinen grafischen inneren Frieden zu finden. Unseren Segen hat er jedenfalls, verdammt.

Stefan hat es sich nicht nehmen lassen und skizzierte mal eben seine Lieblingscover selber, im gewohnten Stil und leichten Veränderungen zu den Originalen, Dankeschön.

Wenn du deinen Onkel mal so richtig verwirren möchtest, erzähle ihm einfach das Polar Teamfahrer Jan Kliewer am Pimmel einen lousy Airwalk to Fakie gemacht hat. Pass aber lieber auf, dass du dir keine fängst.